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Free Software

Das Europäische Parlament und/über Produktlebenszyklen & Software Obsoleszenz

Zusammenfassung: Das Europäische Parlament hat mit 95% der Stimmen am 4.Juli eine “Entschließung” verabschiedet, in der es kurzgefasst eine “längere Lebensdauer für Produkte” fordert. Da die Lebensdauer elektronischer Produkte unweigerlich mit der verwendeten Software, deren Anpassbarkeit sowie Reparatur- und Updatepolitiken zusammenhängt, besteht in diesen Forderungen eine Chance, Freie Software über einen Verbraucherschutz-orientierten Diskurs zu fördern: Freie Software als ein Kernstück digitaler Nachhaltigkeit.

Bei einer “Entschließung” des Europäischen Parlaments (EP) handelt es sich um keine verbindlichen Vorgaben, viel mehr um eine Willenserklärung. Dennoch lässt die soeben verabschiedete Entschließung des EP aufhorchen. Denn sie fordert eine längere Lebensdauer von Produkten und stellt dabei klar, dass die Langlebigkeit elektronischer Produkte nicht nur von der Hard- sondern auch von der Software abhängt. Und auch wenn diese Entschließung teilweise noch konkrete Maßnahmen vermissen lässt, hält damit Einzug ins EP, was bereits seit längerem auf der Agenda von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Institutionen und Forschungseinreichtungen steht: dass eine digitale Nachhaltigkeit und die Nachhaltigkeit elektronischer Produkte eine Anpassbarkeit der Software bedingt.
Anpassbarkeit ist eine Grundeigeschaft Freier Software und damit ergibt sich hierin eine Chance, das Thema aufzugreifen und Freie Software auch in einen Verbraucherschutz-orientierten Diskurs einzubringen.

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Bundesregierung so: Freie Software Vielfalt und dessen strategische Vorteile nutzen

Ich habe gerade die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jan Korte, Dr. Petra Sitte, Frank Tempel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 18/12698 – überflogen. Aus Sicherheitsgründen ist die Antwort leider stark gekürzt. Aber die Antwort auf die Frage nach dem Einsatz Freier-Software-Betriebssysteme im Sinne der IT-Sicherheit ist so schön, dass ich sie hier im Volltext zitieren möchte:

11. Welche Auswirkungen auf die IT-Sicherheit hat nach Auffassung der Bundesregierung der Einsatz von Open-Source-Betriebssystemen?

Ein zentraler Aspekt innerhalb der IT-Strategie des Bundes ist es, Monokulturen zu vermeiden, weil diese leichter angreifbar und daher sicherheitstechnisch bedenklich sind. Zudem ermöglicht eine gewisse Software-Vielfalt eine Hersteller-Unabhängigkeit, verhindert die Bildung von Monopolen und schützt vor den damit verbundenen negativen finanziellen Auswirkungen.

Der Einsatz von Freier Software ist mit technischen und strategischen Vorteilen verbunden, die durch die Eigenschaften Freier Software wirksam werden, und zwar vorrangig bei Einsatz, Lernen, Erweitern, Verteilen. Beim Einsatz der Freien Software sind folgende technische Aspekte hinsichtlich der IT-Sicherheit besonders wichtig:

  • Warnmeldungen über bei Sicherheitsprüfungen gefundene Fehler können veröffentlicht werden, weil es kein Non Disclosure Agreement (NDA; Geheimhaltungsvereinbarung) gibt. Der Anwender kann so bei Sicherheitslücken schnell informiert werden und Gegenmaßnahmen ergreifen.
  • Die Prüfung von Software auf Sicherheitslücken sollte immer möglich sein. Beim Einsatz von Software kann dies ein K.O.-Kriterium sein. Beim Vergleich zwischen herstellerabhängiger und freier Software steht Vertrauen versus Wissen.

Zu den Vorteilen zählt unter anderem die Software-Vielfalt, aber auch die Herstellerunabhängigkeit. Um die Kommunikation von Software-Komponenten untereinander und mit anderen Systemen zu gewährleisten, ist die Verwendung offener Standards und Schnittstellen unabdingbar.

Herstellerunabhängigkeit sowie die Verwendung offener Standards bieten eine gute Basis für IT-Sicherheit. Sicherheit ist jedoch ein Prozess. Um IT-Sicherheit erhalten zu können, müssen die Verantwortlichen das System genau kennen, regelmäßig warten und Sicherheitslücken schnell beheben.

Der Einsatz Freier Software bietet daher per se keine Gewähr für ein sicheres System. Er bietet in diesem Prozess jedoch strategische Vorteile.

Doch ständig lockt das Windows XP

Erschreckend jedoch, an anderer Stelle im gleichen Dokument (Frage 5 über die Kosten für Support- und Wartungsverträge der Betriebssysteme) wieder mal lesen zu müssen, dass immer noch Windows XP im Einsatz ist:

“Teilweise bestehen Support-/Wartungsverträge für ältere Betriebssysteme (Windows XP/NT).”

Peklo (Raspenava), kopec z pozadí Microsoft Windows XP

Ich habe zu dem Thema Einsatz von Windows XP auch eine IFG-Anfrage an das Bundesverteidigungsministerium gestellt, da es nach Aussage von Andrea Voßhoff noch etwa 12.000 Rechner mit Windows XP als Betriebssystem betreibt.

Frage doch mal deine Verwaltung, was diese eigentlich für Software im Einsatz oder in der Entwicklung hat.

Free Software Ergo Sum

Today is “I love Free Software”-day and I made some graphics to say thank you to everyone in and around Free Software. All pictures CC0.

If Rene Descartes would think about the secure foundation of knowledge in the digital communication, then this must be in Free Software. “Free Software Ergo Sum”.

Oil on Canvas:

René Descartes (1596 – 1650)

Sticker:

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Upcycling von Software? Ein paar Gedanken.

Auf der OpenRheinRuhr bin ich mit Frank Lanitz und Wolfgang Romey zusammen gekommen um über verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit von IT und Software zu diskutieren. Frank hat uns zusammengebracht, weil im Eigenbaukombinat in Halle eine Informationsreihe zum Thema Upcycling geplant ist. In diesem Rahmen fragten wir uns ob es eigentlich ein upcycling von Software gibt? Was könnte man darunter verstehen?

Nehmen wir mal die laut Wikipedia erste Definition von upcycling zur Grundlage:

“‚Recycling‘, sagte er, ‚ich nenne es Down-cycling. Sie schlagen Steine kaputt, sie schlagen alles kaputt. Was wir brauchen, ist Up-cycling, bei dem alte Produkte einen höheren Wert erhalten, keinen geringeren.”

Es geht also darum ein gefertigtes Produkt in einer Weise zu verändern, dass es einen “höheren Wert” erhält, folglich geht es darum ein existierendes, in die Jahre gekommenes, Produkt nochmals aufzuwerten, zu verbessern.

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EU consultation: Which Free Software program shall receive a European Union’s financed audit?

If you like to know your software, look into the code
If you like to know your software, look into the code

tl;dr: the The European Union runs a public survey about which Free Software program should receive a financed security audit. Take part!

2014, in reaction to the so-called “heartbleed” bug in OpenSSL, the Parliamentarians Max Andersson and Julia Reda initiated the pilot project “Governance and quality of software code – Auditing of free and open source software”. Which is now managed and realised by the European Commission’s Directorate General of Informatics (DIGIT) as the „Free and Open Source Software Auditing“ (EU-FOSSA) project. FOSSA is aiming at improving the security of those Free Software programs that are in use by the European Commission and the Parliament. To achieve this goal, the FOSSA project has three parts:

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Put Freedom into Firefox OS marketplace

Firefox OS Marketplace logo
Firefox OS Marketplace logo
My main interest towards Firefox OS derives from the fact that it is Free Software and that it is by Mozilla, an organisation that knows about the importance of free software and that fights for an “open web”. They also don’t hide that Mozilla heavily relies on Free Software technologies.

Given this background and the market share of Mozilla software – this leads me to the idea that Mozilla can play a crucial role in spreading software freedom into the mobile world and the world of connected devices. Even more as Mozilla publicly announced that they like to use Firefox OS as a Pivot to Connected Devices to

explore and prototype new use cases in the world of connected devices as an open source project with a clear focus on the user benefit and experience.

I like to argue, that a clear benefit to the user experience would be to easily find and use Free Software inside Firefox OS and therewith support Mozilla’s idea of “Open Web”. With the upcoming “internet of things”, it will be crucial that the people are in control of the technology and the devices that surrounds them. And as one simple but effective step towards that vision, I propose that Mozilla has a clearer information policy inside the Firefox OS market place. Please, add some information or label to make finding Free Software an easy thing. Make the use and the promotion of Free Software a concept inside Firefox OS, it’s market and add-ons. This would be a true benefit for the user.

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My first impressions using Firefox OS 2.6

FirefoxOS - PR logo
Update: After feedback from the community I updated some information using quotes.

Thanks to @ensowhat, I am now taking part in Mozillas Foxfooding program with a Sony Xperia Z3 and Firefox OS 2.6 by Mozilla. While I am testing Firefox OS, I will share my experiences in dedicated blog posts.

Here is some general feedback after my first hours:

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New Palmyra

Palmyra was Syrias best known archeological site, influenced by ancient Greek, Roman and Persian arts and culture. Bassel Khartabil, Free Software developer, started with a 3d virtual reconstruction of Palmyra but is put in prison by the current regime of Assad. In recent months, Palmyra became known around the world due to its deconstruction by the Islamic state, ISIS.

Now the #NewPalmyra project was launched to “create a online community platform and data repository dedicated to the capture, preservation, sharing, and creative reuse of data about the ancient city of Palmyra”
.

The idea is to go on with Khartabils work, to give and use the power of the commons: “3D modelers, archaeologists, artists, curators, developers, educators, journalists, researchers, wikimedians and everyone else is invited to participate and the collected data will be released into the public domain under a Creative Commons Zero license at NewPalmyra.org”.

I was lucky to visit Palmyra before the outbreak of the civil war. Now happy to share my pictures and geo locations with NewPalmyra.org via Wikimedia Commons under CC0. Hopefully helps.

Funeral temple No 86, Palmyra

Columns and tombs in Palmyra

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Freie Software – Ressourcen schonen durch Teilen

Ende November wurde ich zu einem Fachgespräch „Nachhaltige Software“ eingeladen, veranstaltet durch das Öko-Institut e.V. sowie das Umweltbundesamt. Es handelte sich um eine Auftaktveranstaltung zur Forschungsfrage „Was ist Nachhaltige Software?“ beziehungsweise zu der Frage, welche Kriterien zur Bestimmung von Nachhaltigkeit von Software und dessen Entwicklung in Betracht gezogen werden können.
Ich wurde gebeten die Bedeutung Freier Software in Bezug auf Nachhaltigkeit zu beleuchten. Selbst sehe ich die besondere Bedeutung Freier Software für eine Digitale Nachhaltigkeit – den Veranstaltern war verständlicherweise jedoch die ökologische Nachhaltigkeit ein besonderes Anliegen. Und auch dazu kann Freie Software einen bedeutenden Beitrag leisten. Ich habe versucht in meinen Ausführungen beiden Ansprüchen gerecht zu werden.
Update: Im Anschluss an die Veranstaltung entstand der folgende Artikel, der auch in die öffentliche Dokumentation des Umweltbundesamtes aufgenommen wurde (Seite 29 ff). Außerdem gibt es eine eigens erstellte PDF version.

Zusammenfassung:
Dieser Artikel widmet sich den nachhaltigen Aspekten Freier Software und offener Entwicklungsmodelle. Dazu wird zuerst in das Verständnis von Nachhaltigkeit und in die Nachhaltigkeit digitaler Ressourcen eingeführt. Es folgt eine Erklärung Freier Software und schließlich wird skizziert, welche direkten positiven ökologischen Auswirkungen durch die Entwicklung und Verwendung Freier Software erzielt werden können.

Inhaltsverszeichnis

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Schutz vor Überwachung durch Verschlüsselung mit Freier Software

Unter dem Motto „Deine Daten bei Geheimdiensten“ veranstaltet die Humanistische Union (HU) im Rahmen der Kampagne „ausgeschnüffelt“ eine Blogparade. Hier ist mein Beitrag.

Eine charakteristische Eigenschaft digitaler Kommunikation ist ihre vermeintliche Stofflosigkeit. Diese Stofflosigkeit ist es, die auch ein prinzipiell unbegrenztes Speichern und Archivieren aller elektronischen Kommunikation ermöglicht. Das, und die Möglichkeit diese Daten massenhaft und maschinell auszuwerten und zu analysieren, verleitet Geheimdienste rund um den Globus zum abhören und speichern unser aller Kommunikation. Als Gegenmaßnahme könnte man wieder vermehrt offline kommunizieren – oder aber eine starke Verschlüsselung durch Freie Software verwenden.

Freie Software und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Unter Verschlüsselung versteht man die Verwendung mathematischer Algorithmen um einen zuvor klar lesbaren Text in eine nicht entzifferbare Zeichenreihenfolge umzuwandeln. Danach kann erst eine korrekte Entschlüsselung diesen Vorgang wieder umkehren, um den verschlüsselten Text wieder lesbar zu machen. Heutzutage finden sich viele Formen der Verschlüsselung die sich in punkto Anwendung und Methode mitunter stark unterscheiden. Für eine sichere Verschlüsselung unserer Kommunikation gelten dabei zwei Grundvoraussetzungen: Die Verwendung Freier Software und eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Was ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

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